Der Lebensbaum hat Wurzeln, hat eine Baumkrone, dazwischen dicke Äste, schmale Äste, Blätter, Blüten, welke Blätter, welke Blüten. Er hat eine Rinde. Er trägt Früchte. Die Früchte haben oft eine harte Schale, aber einen weichen Kern.

Jedes Blatt ist einzigartig, jede Wurzel schlägt in eine andere Himmelsrichtung aus. Der Stamm hat Jahresringe.

Der Baum zieht Wasser, benötigt Nährstoffe.

Der Baum gibt die Luft zum atmen.

Er wächst und doch fallen Blätter ab.

Er ist ein Verwandlungskünstler,

er kennt Jahreszeiten,

er zeugt Stimmungen.

Im Wind und in der Stille macht er Geräusche.

Er spendet Schatten und steht dabei in der Sonne.

Er spendet Trockenheit und steht dabei im Regen.

Er ist mal krumm und mal gerade.

Er steht einfach nur so da und kann doch gefällt werden.

Der Baum erstreckt sich vom Grund in Richtung Himmel, vorwärts gewandt, zum Licht hin.

Licht welches reflektiert werden will.

Licht aus dem Energie gewonnen werden kann.

Es ist der Baum der Erkenntnis

Ich sitze in meinem Apfelbaumhaus und träume.

Alpträume von einer Welt von morgen.

Oder ist schon heute?

Ich sitze in einem Apfelbaumhaus und träume.

Schöne Träume, von einer Welt im Jetzt und Hier.

Oder war das gestern?

Das Apfelbaumhaus. Es ist einerseits ein Haus, welches in einen Baum der Erkenntnis erbaut ist und ein Ort der Stille und des Rückzugs ist. Andererseits ist es das versuchende Haus der Technik und des Fortschritts. Des Konsums als Selbstzweck, was Rückzug und Stille mir raubt, kontrolliert, lenkt, überwacht und Macht über Menschen hat.

Stell Dir vor, jeder Mensch würde irgendwann einen Retinachip im Auge tragen. Eine Art 3D-Computer mit direkter Vernetzung zum Gehirn. Eine angedockte, eingecheckte, permanent gehackte Kontaktlinse, die über das neuronale Netzwerk auf das Internet joint und jeden Menschen mit jedem anderen Menschen verbindet. Kommunikation wie Telepathie. Zahlen mit Bit und Bytes. Ein Kastensystem, in dem reich ist, wer im Netzwerk Präsenz zeigt, in dem arm ist, wer keinen Zugang hat. Der Mensch im Fokus eines interorganisationalen Netzwerks, in dem Interaktionen und Beziehungen unter der Annahme geschehen, dass Netzwerke als soziales System zu verstehen sind, wichtiger sind, als persönlicher Kontakt.

Mit einem Retinachip können wir bezahlen. Die Bankster haben die totale Kontrolle. Niemand wird sich mehr gegen das kriminelle und diktatorische Fiatmoneyschneeballsystem wehren können.

Wir werden bezahlen.

Und haben wir keine Nullen und Einsen mehr auf unseren viral-giralen Konten, können wir via Impuls blind gemacht werden. Man stelle es sich vor: Du gehst in den Supermarkt und die Scannerkasse stellt fest, du bist pleite. Dann macht es brzzzt und schon bist blind.

Wir werden entkorkt, tragen alle einen Chip in der Retina. Direkt vernetzt mit unserem Resthirn, Amazon und unserer Bank. Bargeldloses Zahlen läuft dann über einen I-Scanner am Ausgang des Supermarktes. Können wir noch girale Nullen und Einsen abbuchen lassen, treffen wir im Badezimmer auf unsere WLAN-Zahnbürste, die die Dauer des allabendlichen Putzvorgangs direkt an unsere Krankenkasse sendet. Putzen wir lange genug, steigt die Zuzahlung zum Zahnersatz, putzen wir zu kurz steigt der Beitrag. Erinnerungen werden wir nicht mehr von der Realität unterscheiden können, es sei denn wir checken unsere Buchungsjournale auf Abbuchungen der Total Recall Agentur. Mittels VR steuern wir unsere Surrogates im Home Office, erwehren uns via Pregogs der zahlreichen Exploits auf unser intrinsisches System. Wir werden Zeit kaufen, an Hunger Games teilnehmen, HAL wird uns in den Schlaf wiegen. Die Industrie 4.0 baut den T 1000, die Matrix ist das Mittelalter, 1984 Steinzeit. Eine schöne neue Welt ist eben keine brave neue Welt.

Soweit darf es nicht kommen. Diese Dystopie darf niemals real werden!

Im Zentrum stehst Du, Ich, stehen Wir. Im Zentrum als vermeintliche Individuen. Inwieweit lassen wir uns und unsere Aktivitäten steuern? Oder lassen wir uns erst noch eine Weile beobachten? Lassen wir uns doch scannen. Durchleuchten. Erleuchtet uns das? Würdest Du Dich betrachten oder lässt Du Dich betrachten? Wie ist das, mit der Betrachtung der Beeinflussung und der Beeinflussbarkeit des Netzwerkes. Ist soviel Reflexion noch möglich?

Netzwerke sind Konfigurationen. Es gibt Knoten und Kanten. Knoten alias Akteure. Einzelpersonen als auch Gruppen. Die Kanten sind die Verbindungspunkte. Beziehungsersatz. Eingebettet in eine Vielzahl von Beziehungen, reduziert sich die Komplexität für den Einzelnen. Scheinbar, Dichtes Netzwerk, starke Beziehungen. Selektion, Allokation, Regulation, Evaluation. Wie weit reicht Dein Netzwerk? Wo verortest Du Dich? Oder ist im Hirn jetzt ein Knoten? Blas ihn weg, wie eine Pusteblume.

Wie war das früher doch noch schön bei Peter Lustig? Abschalten! Konfiguriere Dich selbst!

Veröffentlicht von Richard Feuerbach

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