Von Richard Feuerbach

In einem hammerfettbombekrassen Palast lebte vor vielen hunderten von Jahren der Kaiser Augustus. Das ist der Typ nach dem der Monat im Sommer benannt ist. Dem sein Reich war megagross. Dazu gehörten Städte, Dörfer, Weiden, Seen und Wüsten. Und die ganzen Leute die da lebten.

Eines Tages hatte der Kaiser ne coole Idee. Er wollte wissen, was alles ihm gehörte. Darum schickte er einen Boten durch sein Land. Neugierig, wie die Leute nunmal sind, liefen ihm die Menschen auf dem Marktplatz entgegen. Frauen mit Kindern auf den Armen, Männer, Kranke, Alte, die Abzocker vom Markt…

Der Bote erklärte, dass der Kaiser wissen wolle, wie viele Menschen in seinem Land lebten. Er wolle sie zählen lassen. Dazu solle bitteschön jeder in das Kaff reisen, in dem er geboren wurde.

Maria und Josef malochten in ihrer Werkstatt. Josef war Zimmermann und Maria töpferte Krüge, Schüsseln und all so nen Kram. Josef, auch genannt Jupp, erklärte, dass sie nun einen echt krass weiten Weg vor sich hätten, weil sie nach Bethlehem müssten, um sich zählen zu lassen.
Maria machte sich voll die Sorgen um ihr Kind, das bald geboren werden sollte. Sie war von Gott ausgewählt worden, Jesus, einen echt heftigen Typen, auf die Welt zu bringen. Gott wollte den dann adoptieren. So als Gottessohn. Klar soweit? Nicht? Egal, wen kümmert’s.

Also kam der Jupp voll in den Stress und bereitete alles für den Trip vor. Er ersteigerte sich beim Händler Ebayias nen ollen Esel, Ferrari gab es damals ja noch nicht, packte den total voll und legte am Schluss noch nen Sack Esel-Breckies mit drauf.
Als sie Abmarschbereit waren, ging es dann auch direkt los.

Maria spürte den Schutz der Engel. Engel, das sind so lebende Tote, die um die herumschwirrten. Keine Zombies oder Mentoren, nein, viel netter. Jedenfalls…ab ging die Post.

Die Reise dauerte mehrere Tage und führte über hohe Berge und durch Täler. Das war echt kein Sonntagsspaziergang. Superlangweilig und ätzend war das. Maria und Jupp latschten von früh bis spät. Nur Mittags, wenn die Sonne echt zu krass knallte, ruhten sie sich was aus. Haben sich dann schön nen schattigen Baum rausgepickt und sich ein geiles Picknick reingezogen.
Der Jupp musste aber auch aufpassen. Manchmal kamen nämlich üble Gestalten und wollten denen die Fressalien abziehen.

Als sie nach ihrer beschwerlichen Tour dann endlich in Bethlehem ankamen, völlig am Arsch, war das Kaff aber total überlaufen. Nicht mal mehr ein billiges Hostel gab es. Da hatten die beiden echt keine Ahnung, wo sie pennen sollten. Überall wurden sie abserviert.

Die Nacht kam und es wurde echt arschkalt. Da fanden sie am Stadtrand, heute würde man sagen Speckgürtel, doch noch ne Absteige. Hat zwar übelst gestunken da, war halt n Stall, aber sie waren trotzdem froh.

Läuft bei uns, sagten sie sich. Die Maria hat aber wirklich übelst gefroren. Ausserdem war die halt fix und fertig. Vong der Tour her. Legte sie sich also auf nen Haufen Stroh und fing an abzuknacken. Das ganze Ungeziefer drum rum. Coolerweise waren da aber auch Schafe. So ein kleines Babyschaf kroch nah dran an die Maria. Das war dann wollig warm. Jupp checkte in der Zeit nen ollen Futtertrog und hat den mal eben als Maxicosi fit gemacht.

Als es dann kurz nach Mitternacht war, Geisterstunde, war es soweit. Mangels Beleghebamme haben die beiden das mit dem Jesus und der Geburt ganz alleine gestemmt.

Maria war total happy. Der Jupp auch. Die Sterne funkelten am Himmel, ohne Sateliten und so ein Gedöns, gabs da auch noch nicht. Ein fetter Stern stand zufälligerweise genau über der Absteige. Wie ne Discokugel.
Vögel und andere Tiere gingen krass ab in der Nacht. Ein so ein Schaf biederte sich sogar beim Jupp an. Hatte wohl Bock auf ne neue Frise. Hat der Jupp also ne Schere organisiert und dem ne echt freakige Glatze rasiert. Die Wolle hat er dann recyclet und für den selbstgebastelten Maxicosi genommen. Hat der Kleine nicht mehr frieren müssen.

In der Nähe von deren Absteige, auf einer Weide, chillten ihr Leben in der Nacht noch ein paar Hirten ab. Die haben irgendwie gerafft, dass da was komisch ist.
Als die sich gerade fragten, was abgeht, kam ein Engel daher und hat voll die Show abgezogen. Bleibt ma locker, chillt mal euer Leben weiter, hat der zu den Hirten gesagt. Ich hab echt tolle Breaking-News für euch. Heute Nacht geht die Party ab. Der Jesus ist geboren. Der Heiland der Welt. Jetzt wird alles wieder gut. Da müsst ihr hin.

Da sind die natürlich sofort losgedackelt und haben die kleine Familie besucht. War ein echt schöner Abend.

Es gab zwar damals noch kein Facebook, aber irgendwie haben das noch andere Leute spitz gekriegt, mit der Geburtstagsfeier vom Jesus. Drei ziemlich durchgeknallte Typen haben sich deshalb sofort auf die Socken gemacht. Kapsar, Balthasar und Melchior hiessen die, glaube ich. Dieser abgefahrene Leuchtstern hat ihnen den Weg gezeigt. Wie die ISS.

Als die endlich, gerade noch rechtzeitig zur Afterhour-Party ankamen, waren die heftigst ergriffen. Das hat die echt in die Knie gezwungen. Zugejubelt wie einem Popstar oder DJ haben sie dem Jesus.

Weil keiner von der Presse da war, haben die drei Fragezeichen, ähh Quatsch die heiligen drei Könige, die Kunde von der Geburtstagsfeier dann mit Mund zu Mundpropaganda verbreitet. Twitter gab es es ja auch noch nicht. Aber die Story hat dennoch so viel Likes gesammelt, dass man sie noch heute erzählt.

Tja, so war das damals. Weihnachten hat der Jesus Geburtstag. Und wenn er dann gestorben ist…ja…dann feiern wir Ostern. Aber das ist eine andere Geschichte.

Veröffentlicht von Richard Feuerbach

One Comment

  1. Ich hätte es ja wirklich noch voll fett krass gefunden, wenn die 3 Kings aus dem Morning-Country noch nen coolen Rap abgelassen hätten, aber …. man kann leider nicht alles haben 🙂

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