Gastbeitrag von Martin Lichtmesz

Vor einem Monat verlautbarte die österreichische Regierung, daß sie den Migrationspakt der UNO nicht unterzeichnen werde.

Das Geheul der linksliberalen Meinungsmacher, Kanzler Kurz sei einer „rechtsextremen Verschwörungstheorie“ aufgesessen, und Österreich werde sich nun ganz furchtbar „vom Rest der Welt trennen“ (Der Standard) und einen schrecklichen „Ansehensverlust“ bei Alexander van der Bellens globalistischer Peer-Group in Brüssel erleiden, verklang ins Leere, als Schlag auf Schlag etliche weitere Staaten ihren Austritt erklärten: neben den USA und Ungarn, die bereits ausgeschieden waren, Polen, Israel, die Slowakei, Bulgarien, Tschechien, Australien; unklar ist noch, wie Italien, Kroatien, Slowenien, Estland, Belgien und die Schweiz agieren werden, Staaten, die sich allesamt kritisch bis ablehnend geäußert haben.

Dies hatte eine ungeheure Signalwirkung, und brachte die deutsche Regierung und die deutschen Leitmedien in Zugzwang. Seither verging kein Tag, an dem nicht ein Artikel pro oder contra „Migrationspakt“ erschien. Die Debatte war endlich da, gleichsam fünf Minuten vor zwölf. Die Phalanx der Kritiker des Abkommens reichte bald von Sarah Wagenknecht und Boris Palmer bis zu Stefan Aust und Alice Weidel.

Dies wäre ohne die Pionierarbeit der alternativen Medien nicht möglich gewesen. Folgerichtig wird beim Staatsfunk ARD Stimmung gegen die „Meinungsmache“ der „rechten Szene“, die sinistren „Strippenzieher und ihre Tricks“ gemacht, gegen die „Propagandakanäle“, die „Verschwörungstheorien“ über eine „angebliche ‚dauerhafte Massenzuwanderung'“ verbreiten.

Der von Svea Eckert veantwortete Beitrag nennt die Hauptschurken, von denen die „Topvideos“ zu dem Thema stammen: RT Deutsch, Der fehlende Part, Epoch Times,Tim Kellner, Oliver Janich, Oliver Flesch und ganz oben auf der Liste Martin Sellner, der als Initiator der seit September anrollenden Welle dargestellt wird: „Sein Video und andere setzen jetzt das Thema, mit dem es von nun an steil bergauf geht…“

Die Propagandisten und Meinungsmacher von Staatsfunk greifen zu den üblichen Diffamierungsnummern, um sich selbst als alleinseligmachende seriöse Instanz hinzustellen. Dabei hatten Kai Gniffke (ARD) und Peter Frey (ZDF) noch Ende Oktober bei der Podiumsdiskussion in Dresden mit Michael Klonovsky und Nicolaus Fest (beide AfD) erkennen lassen, daß sie keine Ahnung hatten, worum es sich bei dem Pakt überhaupt handelt.

Gniffke ist bis heute der Ansicht, daß er nichts falsch gemacht habe. „Wir haben angemessen berichtet“, beteuerte er gegenüber der Jungen Freiheit:

Meiner Ansicht nach haben wir auch beim Migrationspakt unvoreingenommen und kritisch berichtet. Die Bewertung nimmt das Publikum selbst vor und entscheidet darüber, ob aus Vorurteilen Urteile werden oder ob das Mißtrauen größer oder kleiner wird.

Diese Diskrepanz zwischen Fremd- und Selbstwahrnehmung ist verblüffend.

Bis Ende Oktober dieses Jahres hatten nur relativ wenige Menschen in Deutschland und Österreich etwas von einem Untier namens „Globaler Pakt für eine sichere, geordnete und reguläre Migration“ gehört. Mich selbst hatte eine Bekannte seit Juli per E-Mail mit Rundbriefen bombardiert, die vor der Gefahr warnten, die Europa durch diesen „Pakt“ drohe. Einfach war der englische Text auf der Netzseite der UNO nicht zu finden, und eine deutsche Fassung wurde erst am 30. 7. veröffentlicht.

Wer sich informieren wollte, mußte sich, wie gesagt, alternativen Kanälen zuwenden: Pioniere waren außer den schon Genannten Eva Herman, Tichys Einblick, Achse des Guten, Unzensuriert, PI-News, Junge Freiheit sowie die Blogs von Dushan Wegner, Hadmut Danisch, Jürgen Fritz und David Berger.

AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen warnte schon im April via Youtube vor dem „globalen Pakt“.

Die Berichte in den Mainstreammedien waren spärlich. Der Spiegel schrieb am 14. 7., es handele sich um einen „rechtlich nicht bindenden“ Vertrag, der allerdings „hohen Symbolcharakter“ habe.

Der Wirtschaftsjournalist Norbert Häring publizierte am 19. und 21. 7. zwei ausführliche Artikel über das „Migrationsabkommen“. Er kam zu dem Schluß, dass sich Deutschland mit seiner Unterzeichnung „zur Förderung internationaler Wanderungsbewegungen“ verpflichte; das mit ideologischen Vorschreibungen gespickte Abkommen gehe „unter anderem auf intensives Lobbying der im Weltwirtschaftsforum versammelten internationalen Großkonzerne zurück, die hochmobile Arbeitskräfte sehr nützlich finden.“ Auf diese Artikel bezog sich auch Sarah Wagenknecht, eine der wenigen, sehr einsamen Kritikerinnen des Pakts von „links“.

„In Reaktion auf Tweet- und Mailkommentare“ schrieb Häring:

Wer in Zusammenhang mit der Migrationsdebatte von „linker Meinungsdiktatur“ oder Ähnlichem spricht, ist herzlich eingeladen zu hinterfragen, ob man wirklich plausibel davon ausgehen kann, dass Organisationen wie die Internationale Arbeitgeberorganisation und das Weltwirtschaftsforum mit derartigem Eifer ein „linkes“ Projekt vorantreiben.

Das zu verstehen, ist sehr wichtig: Der Globalismus ist weder „links“ noch „rechts“ im herkömmlichen Sinne, weshalb die Antwort ebenfalls jenseits klassischer linker und rechter Muster ausfallen muß (das wäre der Sinn des „Populismus“). Der Globalismus dient internationalistisch-kapitalistischen oder „superkapitalistischen“ Zwecken, und hat dafür links-universalistische Agenden eingespannt.

Dieser Artikel ist zuerst auf Sezession erschienen

Veröffentlicht von Richard Feuerbach

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s