von Richard Feuerbach

Die nicht ganz so alternativen Medien überschlagen sich zur Zeit über eine bezahlte Dienstreise des Bundestagsabgeordneten Petr Bystron von der AfD. Eine willkommene Sensationsmeldung für die unfreien Medien, ein willkommenes Fressen für alle Gegner der AFD, die die Partei am liebsten im Namen der Demokratie und Meinungsfreiheit verbieten lassen würden, mindestens aber sofort vom Verfassungsschutz beobachten lassen wollen.

Was ist geschehen?

Auf einer Dienstreise nach Südafrika hat sich der AfD-Politiker Petr Bystron laut Report Mainz mit Vertretern einer vermeintlich rassistischen Organisation, den sogenannten Suidlanders, getroffen. Unter anderem besuchte er dort auch einen örtlichen Schießplatz.

Bystron, der im Bundestag Obmann des Auswärtigen Ausschusses ist, verteidigt seinen Besuch bei der Organisation: „Ich habe das so empfunden, dass das eine Organisation von überwiegend weißen Farmern ist, die Angst haben um ihr Leben und die sich organisieren, um zu überleben, sollte es zum schlimmsten Fall kommen.“

Auf seiner Reise nach Südafrika hat Bystron neben den „Suidlanders“ auch Vertreter der Regierungspartei ANC und von Nichtregierungsorganisationen getroffen.

Laut deutscher Presse sind die „Suidlanders“ ein Zusammenschluss von ausschließlich weißen Südafrikanern, die glauben, es wird einen Rassenkrieg geben in Südafrika. Es ist die Rede von einer „eindeutig rassistisch-völkischen Organisation“. Ihre Ideologie sei die Überlegenheit der weißen Rasse, ihr einziger Existenzgrund sei die angebliche Verteidigung gegen die Schwarzen. Man könne sie daher eindeutig als rassistische völkische Organisation beschreiben, so heißt es. Die Gruppe glaube, dass ein Genozid an der weißen Bevölkerung bevorstehe. Sie wolle sich mit Waffengewalt gegen einen solchen bevorstehenden Angriff wehren und absolviere dafür paramilitärische Trainings. In der Vergangenheit hätten sich Vertreter der „Suidlanders“ auch mit dem Ku Klux Klan gezeigt. Der Verein steht unter Beobachtung der südafrikanischen Sicherheitsbehörden.

Was ist faul im Staate Südafrika?

Wer nicht nur die deutsche Presse verfolgt, sondern sich auch über die internationalen Medien informiert, der wird in den letzten Monaten mitbekommen haben, dass es in Südafrika an allen Ecken und Enden brennt und es erhebliche soziale Probleme gibt. Zwar gibt es hintergründig nach wie vor den Rassismus der Weißen gegenüber den Schwarzen, vordergründig jedoch haben sich die Vorzeichen gedreht und der Rassismus gegen Weiße, vor allem gegen Farmer, wird zu einem immer stärker überwiegenden Problem. Die weißen Farmer leben nach unzähligen Attacken und Morden in ständiger Angst und viele sind inzwischen zu Flüchtlingen geworden.

Doch über die Enteignungen und Morde an weißen Farmern wollen die Medien anscheinend nicht berichten.

Nach den Aufrufen eines Politikers in Südafrika, alle Weißen und ihre Haustiere umzubringen, sagte Präsident Ramaphosa vor einiger Zeit, die Weißen seien faule Säcke und selber schuld daran! Seitdem nennen sich die Weißen in den sozialen Medien, wie z.b. auf Twitter „Lackadaisicals.“ – „Faule Säcke“.

Im August diesen Jahres hatte Präsident Ramaphosa Verfassungsänderungen zur Beschleunigung einer entschädigungslosen Enteignung weißer Farmer zugunsten ärmerer schwarzer Bürger angekündigt. Früher sind Schwarze in Südafrika ihres Landbesitzes beraubt worden – Ramaphosa bezeichnete dies als „Erbsünde“ Südafrikas, die es nun zu korrigieren gelte. Die Wiedergutmachung des vergangenen Unrechts müsse endlich gefördert werden und die landwirtschaftliche Produktion angekurbelt werden, sagte Ramaphosa nach Beratungen des ANC. Solche Ankündigungen haben natürlich unter den weißen Südafrikanern, v.a. unter den Farmern, die das Land seit Generationen wirtschaftlich erfolgreich mit Lebensmitteln versorgen für erhebliche Ängste gesorgt. Die Landreform ist für den ANC schon seit Amtsantritt ihres früheren Präsidenten Nelson Mandela 1994 ein zentrales Ziel gewesen. Nun wird es brachial umgesetzt. Auf die Ankündigungen Ramaphosas folgten zahlreiche Übergriffe auf weiße Farmer. Es kam zu Morden und Folter an weißen Farmern.

Die südafrikanische Regierung hat inzwischen mit ersten Enteignungen begonnen und dabei Farmen sowie Luxuswildfarmen in der nördlichen Provinz Limpopo beschlagnahmt und die Besitzer und Wirtschafter vertrieben.

Bereits Anfang des Jahres seien die Farmbesitzer über die Überprüfung der Vermögenswert sowie die anschließende „Schlüsselübergabe“ informiert worden. Die Eigentümer haben umgehend versucht, die Enteignung per einstweiliger Verfügung zu verhindern, was aber vom Landwirtschaftsministerium rigoros und ohne weitere Begründungen und Gespräche abgelehnt wurde. Der Aufsichtsratsvorsitzende der staatlichen Landwirtschaftsbank, Arthur Moloto, beziffere die möglichen Kosten laut FAZ auf rund 41 Milliarden Rand (rund 2,5 Milliarden Euro). Grund dafür seien Verträge mit Banken, von denen die Landwirtschaftsbank rund neun Milliarden Rand geliehen hat. Die Verträge sehen demnach vor, daß entschädigungslose Enteignungen als Zahlungsausfall gelten. In solchen Fällen müßte die Bank diese neun Milliarden Rand sofort zurückzahlen, wozu sie womöglich nicht in der Lage sei.

Schon im Februar 2012 berichtete die Zeit, oder man muss wohl eher sagen damals berichtete die Zeit „noch“ über die Morde an weißen, südafrikanischen Farmern. So lautete die Schlagzeile eines Artikels „Woche für Woche werden weiße Farmer in Südafrika von Schwarzen brutal überfallen. Ein Hügel voller Grabkreuze erinnert an die Bauern, die seit dem Ende der Apartheid getötet wurden. Was ist der Grund für die massenhaften Morde?

Im Artikel wurden seinerzeit die bestialischen Morde an weißen Farmen ausführlich beschrieben. So steht dort zu lesen: „Die Mörder kamen in der Abenddämmerung. Die Mutter sah gerade im Fernsehen die Sieben-Uhr-Nachrichten, als die Wachhunde zu bellen anfingen und dann verstummten. Plötzlich standen die Männer vor ihr im Kaminzimmer, sechs Kerle mit Pistolen und Messern. Wo ist der Schlüssel für den Safe?, brüllte der Anführer. Im Bücherregal, sagte sie. Die Männer fanden den Schlüssel nicht, fesselten die Mutter und warteten auf ihren Ehemann. Eine halbe Stunde später rumpelte der Pritschenwagen in die Einfahrt des Hofes in der Nähe des südafrikanischen Landstädtchens Ficksburg. Der Vater betrat das Haus durch die Hintertür, wie immer. Seine Frau hörte einen Schrei und mehrere Schüsse. Einer traf Pieter Vermooten mitten ins Herz. Der 58 Jahre alte Farmer war sofort tot. Die Mörder stahlen seine Handfeuerwaffe und umgerechnet rund 3.000 Euro Bargeld.“ oder „Pieter Vermooten ist eines von mehr als 3.000 Opfern, die seit 1991 auf den Bauernhöfen Südafrikas ermordet wurden, seit dem Beginn der demokratischen Reformen, die das Ende der Apartheid besiegelten.“ Weiter geht es mit „Es war im Mai 2008, die Killer drangen ins Haus ein und erschossen den 64-jährigen Jacques Moll. Dann knöpften sie sich seinen Sohn Xavier vor, der gerade unter der Dusche stand. Sie zielten auf seinen Kopf und sangen dabei »Dubula dubula aw dubul’ibhunu« – »Schieß! Schieß! Erschieß den Buren!«. Ein altes Kampflied der schwarzen Befreiungsbewegung, dessen Absingen höchstrichterlich verboten wurde, weil es den Rassenhass schürt und zum Mord auffordert.“

Die Zeit hat 2012 einen wirklich guten, vielleicht einen ihrer letzten wirklich guten Artikel herausgebracht. Seitdem wird wenig bis gar nicht mehr über die dramatische Lage in Südafrika berichtet. Es ist als hätte man den Medien verboten darüber zu berichten.

„Fest steht, dass es in den vergangenen zwanzig Jahren zu weit über 12.000 Überfällen auf Gehöfte kam. Und dass kaum eine Woche vergeht, in der nicht irgendwo im Hinterland ein Bauer umgebracht wird.“, um die Zeit noch einmal abschließend zu zitieren.

Seit einigen Jahren ist Südafrika eine Krisenregion, die in unserem Medienspiegel faktisch inexistent ist. Liegt es daran daran, dass die Opfer der Unterdrückung dort weiß sind und die Täter schwarz? Während sonst immer der westliche Imperialismus als Ursache aller Missstände proklamiert wird, liegt über den weißen Opfern von Südafrika ein Mantel des Schweigens. Das Paradebeispiel gelungenen Multikulturalismus darf keine Risse bekommen?

Es bleibt auch die Frage…wurde Südafrika den Schwarzen wirklich gestohlen? Wie war das denn mit der ersten niederländischen Kolonie? Faktisch lebten dort beim Eintreffen der Niederländer native Ureinwohner, die heute nur noch eine kleine Minderheit der Bevölkerung darstellen. Die neue schwarze Mehrheitsgesellschaft ist dort genauso „fremd“ oder „autochthon“ wie die weiße Minderheit. Wer sind die echten Südafrikaner? Diejenigen, die jetzt weiße Farmer ermorden?

Was ist das nun wirklich für ein Verein, die Suidlanders?

Wenn man um die Geschichte, die Probleme und die aktuellen Gewalteskalationen Südafrikas weiß, dann stellt man sich diese Frage vielleicht nochmal anders. Etwas weniger voreingenommen…gegen weiße Rassisten.

Sehr interessant ist in diesem Zusammenhang auch ein Vergleich zwischen dem englischsprachigen Originalartikel über die Organisation der „Suidlanders“ und dem dem deutschen Artikel. Wer hier an ein Bolschewiki denkt, der mag so verkehrt gar nicht liegen. Nicht nur das der englischsprachige Artikel weitaus ausführlicher, wertfreier und informativer ist als der deutschsprachige – was mehr als erstaunlich ist, ist die spontane Aktualisierung des deutschen Wiki-Artikels. Kurz und pünktlich vor dem Skandalreport des SWR in der ersten Reihe der ARD.

So heißt es im politisch korrekten Bolschewiki dann auch kurz und knapp, das es sich um eine durch und durch rassistische Organisation heißt, bar jedweder Hintergründe oder der Berücksichtigung einer Entstehungsgeschichte.

Auszug aus dem deutschen Wiki:

„Die Suidlanders sind eine südafrikanische Organisation, die einen Zusammenbruch der Zivilisation in Südafrika bevorstehen sieht und nach eigenen Angaben einen Notfallplan zur Evakuierung der „weißen Gläubigen“[1] aus dem Land in dieser Situation vorbereiten will. Einem Medienbericht zufolge steht die Mitgliedschaft bei den Suidlanders nur Hellhäutigen offen, und die internen Diskussionen sind häufig von Rassismus geprägt.[2]

Ihr landesweiter Koordinator ist Johann le Roux.

Im Zuge der Vorbereitungen zu der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 warf die Südafrikanische Polizei der Organisation vor, Anschläge zu planen. Es wurden Farmen und Privatgrund durchsucht. Dabei wurden Waffenlager mit Sprengstoff, Munition und Schusswaffen gefunden und ein Haftbefehl erlassen.[3]“

5 Stunden vor Erscheinen des Fernsehberichtes wurde der Artikel bearbeitet und angepasst. Nachtigall ick hör die trapsen? Ach wo…Verschwörungstheorie. Aluhut.

Zum Vergleich ein Auszug aus dem englischen Wiki:

„The Suidlanders (English: Southlanders) is a South African white Afrikaner ethnic survivalist group whose ideology is based on the prophecies of Boer Siener van Rensburg.[1][2] The group believes that a race war or general civil war is coming in South Africa as a result of a white genocide. They anticipate an eventual collapse of infrastructure and advocate and plan for an evacuation of white South Africans from the major cities in the event of a race war.[3][4][5] Their leader is Gustav Müller.[4] The group has claimed significant success in raising global awareness of the perceived threat, following a 2017 tour to the United States, and has also taken credit for an offer by Australian government minister Peter Dutton to preferentially grant refugee visas to white South African farmers.[6] […] The Suidlanders claim to be a civil defense organisation under international law dedicated to the white Afrikaner ethnic group.[8][non-primary source needed] The group explicitly distances itself from Neo-Nazi organisations.[6]

Die Gruppe distanziert sich also ausdrücklich von Neonazis und gibt an sich aus Gründen der reinen Selbstverteidigung gegründet zu haben.

Wie auch immer die Wahrheit aussehen mag. Ein Qualitätsjournalismus sollte beide Argumentationen darstellen und keine Argumentationshilfe für die Gegner einer in Deutschland mißliebigen Partei liefern. Dieses Vorgehen und die Skandalisierung sind reine Manipulation und haben mit Journalismus nicht das Geringste zu tun. Agitation und Propaganda treffen hier die Arbeitsweise dieser staatsfinanzierten Journaille wohl am ehesten. Schon GEZahlt?

Wie dem auch sei…hier haben sich also weiße Menschen und Opfer eines schwarzen Rassismus zusammengefunden, die sicherlich nicht ganz grundlos, wie wir nun wissen, eine Position der Verteidigung eingenommen haben. Sie haben Angst und wollen sich schützen. Wollen vorbereitet sein. Kann man ihnen das verübeln? Ist das Nazi? Ist das rassistisch? Für die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und ihre Auftraggeber ist es offensichtlich nützlich den Sachverhalt so darzustellen.

Ich als Autor habe durchaus meine Bedenken, was diese Gruppierung der „Suidlanders“ angeht. Die sind vorsichtig ausgedrückt etwas speziell. Die glauben den Prophezeiungen eines Sieners van Rensburg, der die Nacht der langen Messer voraussagt. So scheinen sie mir doch durchaus eine Art durchgeknallter, religiös-sektiererischer Prepper-Verein zu sein.

Aber das rechtfertigt noch lange keine Hetzjagd, wie sie jetzt stattfindet.

Bystron hat einfach nur das gemacht, was seine Wähler von ihm erwarten können. Er hat seine Pflicht getan. Wenn zur Informationsbeschaffung nach Gesprächen mit dem ANC eben auch ein Besuch auf einem Schießstand der „Suidlanders“ auf dem Programm steht, dann ist das kein Skandal, sondern vernünftiges und differenziertes Arbeiten.

Als ein Herr Todenhöfer seine Erkenntnisse über das Innenleben des IS aus erster Hand schildern konnte, waren wir ihm im Grunde genommen und bei aller Kritik, dankbar. Ein Scholl-Latour bleibt ohnehin unvergessen.

Es gehört aber nicht nur zum Geschäft und zur Pflicht von Journalisten sich ein eigenes Bild zu machen und dieses zu präsentieren, sondern das gehört auch zu den Aufgaben der Politiker. Bystron hat sich sein eigenes Bild gemacht und gibt dieses Bild an uns weiter. Nicht mehr und nicht weniger.

Sich vor Ort ein eigenes, freies Bild zu machen ist kein Skandal. Auch wenn ARD & Co. das gerne so hätten.

Der Skandal ist, dass die Medien, insbesondere der SWR, die Tatsachen völlig zu verdrehen versucht und daraus einen Anti-AfD-Skandal bastelt.

Die Politiker der Altparteien haben sich vor der eskalierenden und immer dramatischeren Menschenrechtslage in Südafrika jahrelang weggeduckt und uns Bürger nicht darüber informiert. Denn mit weißen Opfern solidarisch sein…das geht heutzutage gar nicht mehr.

Das ist für mich der eigentliche Skandal.

Veröffentlicht von Richard Feuerbach

One Comment

  1. […] die Situation weißer Farmer in Südafrika habe ich hier bereits berichtet. Diesmal soll es um die andere Geschichte gehen. Die andere Seite einer […]

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