Von Richard Feuerbach

Wir befinden uns im Jahre 2019 n.Chr. Ganz Deutschland ist von den Linken besetzt… Ganz Deutschland? Nein! Eine von unbeugsamen Patrioten bevölkerte Blase hört nicht auf, den Oberlehrern Widerstand zu leisten. Und das Leben ist nicht leicht für die arschoffenen Weltbürger, die als Denkbetreuer in den befestigten Lagern CDU, SPD, Grüne FDP und Linkspartei liegen.

Und dann fiel Andre Poggenburg in den Zaubertrank, oder was? Wie anders ist eine solche, die eigene Partei und den Konservatismus schädigende Selbstbesoffenheit zu erklären?

Poggenburg erklärte in einer E-Mail an die AfD-Bundesgeschäftsstelle seinen Austritt mit sofortiger Wirkung. Er begründete seine Entscheidung mit der „Entwicklung innerhalb der AfD in den letzten Wochen und Monaten“. Diese hätte ihm gezeigt, daß die AfD „nicht mehr wirklich meine politische Heimat ist“. Aha…? Das er seine vorherige politische Heimat mit seinen fragwürdigen und unbedachten Äußerungen beschädigt hat, das kommt ihm natürlich nicht in den Sinn.

Der ehemalige AfD-Politiker André Poggenburg durfte zwei Jahre lange keine Parteiämter mehr bekleiden. Das beschloß der Bundesvorstand der AfD und reagierte damit auf Äußerungen Poggenburgs in sozialen Medien.

So hatte er an Silvester auf Twitter geschrieben: „Den Mitbürgern unserer Volksgemeinschaft ein gesundes, friedliches und patriotisches 2019! […] Die deutsche Volksgemeinschaft hat das Erbrecht der friedlichen Koexistenz in Europa. Dies gilt es gegen neulinke Abschaffer und Feinde unseres deutschen Volkes und Staates energisch zu verteidigen. In diesem Sinne, ein kämpferisches und patriotisches 2019!“

Sagen Sie mal, geht’s noch? Wie kann man nur in solchen Zeiten derart viele Reizwörter in einen solchen Satz quetschen? Da wundert man sich über Nazivorwürfe? Auch gegenüber der Partei, die Sie aus Gründen der Meinungsfreiheit und der patriotischen Sache wegen, hat gewähren lassen?

Das war ja auch nicht die erste verbale Breitseite…nein…ich kann es aus meiner sozialkonservativen Sicht nur eine Entgleisung nennen. Es war der X’te Fauxpax. Und aus den Bitten zur gemäßigteren Wortwahl wurden Warnungen, aus den Warnungen wurden Verwarnungen und schlussendlich eine Kaltstellung und Einnordung. Das war dann wohl zuviel für das politische Möchtegernalphamännchen.

Herr Poggenburg: Ihre Wortwahl war für mich einmal mehr als inakzeptabel. Einmal zuviel. Und jetzt reicht es auch. Unterirdisch. Was sie da teilweise abgelassen haben ist kein Patriotismus, sondern die blanke Nähe zur NPD. Der Ritt auf der Rasierklinge des versteckten Rechtsextremismus.

Sie haben in der Partei gewirkt wie der berühmtberüchtigte Zwietrachtsäer im bekannten Comic Asterix und der Seher.
Sie hatten die Rolle eines Troubadix und sich interne Schlachten geliefert wie Verleihnix und Automatix. Wegen fauler, stinkender Fische. Das draußen vor dem Dorftor die Römer lauern…das war ofdenbar für sie zweitrangig.

Wichtiger als für eine gemeinsame Sache einzutreten, gegen einen gemeinsamen Gegner (ja, Gegner…und eben nicht Feind), war Ihnen den politischen Freunden mit der Gründung einer nationalkonservativen Partei zu drohen. „Das Projekt Parteigründung geht heute los.“

Sagt Ihnen eigentlich Frau Petry noch was? Ihnen blüht nun wohl ein ähnliches Schicksal. Die Versenkung in der Bedeutungslosigkeit. Anders als bei Petry finde ich es bei Ihnen aber nicht schade.

Nun haben sie Ihre Drohung umgesetzt. Weil die Felle längst davon geschwimmen waren und Sie sich vergalloppiert haben.

Sie versuchen nun also tatsächlich die AfD zu spalten und ihr größtmöglichen Schaden zuzufügen und Wähler abzujagen. Das ist schäbig, feige und infam. Vor allem gegenüber all Ihren patriotischen Wählern. Sie erweisen dem Patriotismus einen Bärendienst. Führen ihn ad absurdum.

Die AdP ist nicht weiter als Spalterei zugunsten der Selbstdarstellung. Sowas kotzt mich an. Und gewiss nicht nur mich. Parteien sind und bleiben eben auch Sammelbecken für Profilneurotiker. Traurig für die vielen wirklich guten Köpfe in der AfD, der ich als Patriot weiterhin treu bleibe und für eine gemeinsame Sache kämpfen werde. Frieden, Meinungsfreiheit und ein lebens- und liebenswürdiges Deutschland.

Die AfD wird auf Sie verzichten können. Mit Ihnen werden ein paar gehen, aber mehr kommen. So sehen das viele Ihrer ehemaligen Parteikollegen und Kolleginnen wohl auch.

Ich zitiere hier nur Joana Cotar (MdB), welche mir heute freundlichweise ein kurzes Interview gegeben hat:

„Ich begrüße den Austritt. Poggenburg hat in der Partei selbst ja kaum noch eine Rolle gespielt. Selbst der Flügel hatte nichts mehr mit ihm zu tun. Mit seiner neuen Partei wird er ähnlich erfolgreich sein wie Petry. Es gibt nur ein Original und das ist die AfD.“

Veröffentlicht von Richard Feuerbach

4 Comments

  1. Viel geschrieben – wenig Substanz. Was wirfst du ihm denn anhand des Tweets korrekt vor?

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  2. Richtige Darstellung der Abläufe! Jedoch wär Mäßigung fordert sollte nicht die gleiche Schiene betreten.
    Poggenburg ist ein Selbstdarsteller. Die Politik ist nur das Vehikel zur Umsetzung seiner Träume. Dr.Gauland und Dr.Weidel, sowie der gesamte Vorstand, würden nicht rechtsnationalistische Personen innerhalb der AfD kaltstellen, wenn
    a) die Gefahr der Spaltung der AfD bestehen würde
    b) Absprachen/ Voraussetzungen bzgl.einer mgl. Koalition geschaffen werden müssten

    Kluger Zeitpunkt, political games,
    RK

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  3. Wer den Begriff “ deutsche Volksgemeinschaft “ ablehnt, verrät unsere zentralen Ziele. Eine vorher von mir geschätzte Martina Böswald sagte auf youtube man solle statt „Volk“ „Solidargemeinschaft“ sagen. Damit ist die Frage von installierten Systemlingen in der AFD mehr als berechtigt und eine Alternative leider dringend zu überlegen.

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    1. Gerd Soldierer 5. Februar 2019 um 20:09

      Diese Begriffsduselei bringt doch nichts, 25% muß das nächste Ergebnis für die AfD sein, Strategie u. Taktik, schon mal Schach gespielt ?

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