Von Richard Feuerbach

Wie sollen die Zwangsbeitragszahler die ARD sehen?

Sie sollen ein positives Image zu Gesicht bekommen. Daher hat der Senderverbund die Linguistin Elisabeth Wehling beauftragt, ein sogenanntes „Framing Manual“ zu erarbeiten.

Das Ergebnis ist ein 120.000 Euro teures Dokument, das ARD-Mitarbeiter in der Kunst der sprachlichen Rahmung schulen soll. Durch die wiederholte Verwendung linientreuer Begriffe soll sich so beim Zuschauer eine Akzeptanz einschleifen und ihn widerstandslos machen. Wenn der Beitragszahler tatsächlich irgendwann glaubt, daß die ARD „von ihm, mit ihm und für ihn“ geschaffen ist, dann zahlt er viel lieber die Rundfunkbeiträge und hört auf den Zwang zu hinterfragen.

Doch diesmal hat sich die ARD offensichtlich ins Knie gschossen, wie das allgemeine Medienecho zeigt. Selbst die Altmedien berichteten äußerst kritisch.

Das 89seitige Manual wurde zum Bumerang. So sprach die FAZ von einem „Heucheltraining“, die Welt verglich die „semantischen Tricks“ gar mit Methoden Joseph Goebbels.

Die ARD glaubt anscheinend nur durch Manipulation der öffentlichen Meinung den Fortbestand ihrer Meinungsherrschaft sichern zu können und offenbart dabei eine erschreckende innere Verwahrlosung.

Der Begriff „Framing“ bedeutet nicht nur eine „Rahmung“ im Sinne des Kontext und aus dem Kontext reißen, sondern v.a. auch auch das doppelte Spiel und Hinters-Licht-Führen. Was das mit Jounalismus zu tun haben soll, das können die Auftraggeber selbstverständlich nicht erklären.

Der Senderverbund versucht sich als Erklärungsansatz lediglich in hilflosem Blabla und möchte wohlbvertuschen, dass er das Primat des den Bürger erziehendenden Journalismus nicht aufgeben wird.

So meint ARD-Chefredakteur Rainald Becker: „Ich kann da keinen Skandal entdecken.“ Und glaubt, damit sei der Fall erledigt und man könne einfach weitermachen.

Die ARD-Generalsekretärin Susanne Pfab verstieg sich dazu, das Manual nicht als Mitarbeiteranweisung zu verstehen, sondern als „Diskussionsgrundlage zur Sensibilisierung“. Leider wurden hier nun aber die Falschen sensibilisiert. Nämlich die zu hypnotisierenden Zuschauer. So möchten die ARD-Verantwortlichen auch darüber hinwegtäuschen, dass Manual Gebrauchsanweisung bedeudet und eben genau keine Diskussionsgrundlage ist.

Jährlich acht Milliarden Beitragseuro nimmt die öffentlich rechtliche Meinungsschule ein. Im Gegensatz zu den „ medienkapitalistischen Kommerzmedien“ ginge es bei der ARD um „Qualität statt Umsatz“.

An den überzahlreichen Programmen lässt sich dieser Anspruch nicht immer erkennen. Für viele Zuschauer sogar nie. Die selbstdenkenden Zuschauer können mit „kontrollierter Demokratie“ herzlich wenig anfangen.

„Wir sind Ihr“ erscheint den meisten Beitragszahlern als Schlag ins Gesicht, wenn sie schon nicht über diesen lächerlichen Framingversuch lachen können. Es ist zum Fremdschämen, wie weltfremd hier agiert wird.

Mißstände sollen nicht wahrgenomm werden und bunte Gesellschaften verniedlicht werden.

Dafür steht das „Framing Manual“. Claas Relotius hätte es nicht besser schreiben können. Höchstens billiger.

Roger Beckamp (AfD), Mitglied des Landtages in NRW hat es in einem Tweet und einem Video humorvoll auf den Punkt gebracht und kürt das Wort „Fernwanderungsgwinne“ gleich auch zu seinem Lieblingsframingwort des Monats. Dem kann ich mich als Autor nur anschließen.

Veröffentlicht von Richard Feuerbach

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