Von Richard Feuerbach

Ein Kongress der Freien Medien?

Eine Veranstaltung zu der Deutschlands bekannteste Blogger, vornenehmlich nicht Linke Autoren und freie Journalisten von der AfD-Fraktion in Räumlichkeiten des Bundestages eingeladen wurden. Als Gastgeber zeichnen sich die Abgeordneten Nicole Höchst, Udo Hemmelgarn, Petr Bystron und Uwe Schulz. Das Ziel der Veranstaltung sind neben Vernetzung, Erfahrungsaustausch und Kennenlernen auch offene Diskussionen und die Praxisberatung Abmahnanwaltsgeplagter Autoren und Bürgerjournalisten.

Ich hatte vor einigen Monaten eine mündliche Einladung erhalten. Das ich letztlich keine offizielle und schriftliche Einladung bekommen habe, liegt wohl daran, dass ich mich ebenfalls vor einigen Monaten von all meinen Aktivitäten für andere Blogs aus den Freien Medien verabschiedet habe. Ich habe viele Jahre für diverse Blogs Gastartikel geschrieben.

Doch dann kam eine innere Wende in mir. Ich habe den Entschluss gefasst, mich aus all dem zurückzuziehen und nur noch für mich selbst zu schreiben. Weil ich mit vielem nicht mehr einverstanden bin und mich mit vielem nicht mehr gemein machen möchte. Das heißt jetzt nicht, dass ich diese Medien nun ablehnen würde. Es heißt lediglich, dass ich mich dort nicht mehr aktiv beteiligen will.

Es handelt sich um Freie Medien. Ja, zweifelsohne. Freier jedenfalls als es die Mainstreammedien sind. Dennoch sind sie tendenziös ausgerichtet und widmen sich vorrangig dem einem, allen bekannten Thema. Diese Blogs und Onlinemedien sind wichtig und haben alle eine Daseinsberechtigung. Hier gibt es überhaupt nichts nachzutreten.

Trotzdem konnte ich irgendwann nicht mehr. Ausgerechnet auf dem Höhepunkt meines hobbyjournalistischen Schaffens. Es war der Zeitpunkt gekommen mit dem Schreiben Geld verdienen zu können. Vielleicht beiße ich mich irgendwann einmal in meinen naiven, gutgläubigen Arsch dafür…aber genau an diesem Punkt habe ich Schluss gemacht. Mein Gewissen hat sich gemeldet, meine Pfarrhäusliche Erziehung, mein Verantwortungsbewusstsein für meine Familie. Ob es die richtige Entscheidung war, dass wird die Zeit mir beantworten müssen. Aber ich stehe dazu. Es hat mich befreit. Denn jetzt fühle ich mich erst recht als Freies Medium.

Um Gefühle geht es eben. Alles ist subjektiv. Kann mir keiner erzählen, dass das anders ist. Es geht immer um Werte, Moralvorstellungen, Meinung, eigene Meinung, Beeinflussung und Reibung. Ein freier Journalist schreibt seine Gefühle in rationale Worthülsen, transportiert eine Botschaft, die eigentlich fast immer seine eigene Botschaft ist. In dem Moment, in dem sie zur Botschaft seines Geldgebers verkommt, ist es nicht mehr seine Botschaft, sondern die eines anderen. Ab diesem Moment ist er nicht mehr frei, sondern Teil des Systems Presse und des Systems Politik. Das ein Journalist wertfrei, objektiv und rein sachlich und faktenorientiert arbeiten würde, das war schon immer nur ein Gerücht. Auch früher, in der vermeintlich guten alten Zeit, als noch nicht so mit wertenden Adjektiven, wohlfeil ausgewählten Verben und selbsterfunden Nomen in Ziffern und Zahlen um sich geworfen wurde, stand über allem Geschreibsel immer auch das Erkenntnisinteresse des Gönners.

In diesem Sinne ist der Journalismus ein noch viel dreckigeres Geschäft als es die Politik selbst, der Gegenstand der Berichterstattung, ist. Es muss aus dem Zusammenhang gerissen werden, was aus dem Zusammenhang zu reißen ist. In jedem Journalisten steckt ein kleiner Relotius. Es gilt relotiusartig dem missliebigen Gegner Schaden zuzu“schreiben“ und dem eigenem Lager oder seinem Geldgeber zu gefallen. Der Leser kauft und liest selektiv. Und leider auch immer weniger. Mit Ausnahme des Spiegels. Der möge in Anbetracht sinkender Absätze ruhig untergehen.

In den letzten zunächst verschröderten und danach vermerkelten Jahren ging es nun aber zusehends den Bach runter mit dem bezahlten Qualitätsjournalismus. Mit der Zunahme von Adjektiven und dem Weglassen der Kennzeichnung von Kommentaren wurde es immer stärker Usus, dass der Leser erzogen werden sollte. Öffentlich rechtliche Framing-Manuals waren der vorläufige Höhepunkt des Niederganges des Berufsjournalismus. Heute ist es nahezu selbstverständlich, dass gutmenschliche Journalisten ihre Leser zur politisch korrekten Meinung erziehen wollen und sollen.

Was ist aber nun mit den sogenannten „Freien Medien“? Sind diese wirklich frei? Von niemandem vereinnahmt? Bleiben sie frei? Von niemandem vereinnahmt und von niemandem bezahlt außer ihren Lesern? Genau hier setzt meine Kritik an, aber leider auch die verlogene und geheuchelte Kritik der beherrschenden Medien und jener die sich gerne wünschen würden, zu den zukünftig beherrschenden Medien zu gehören.

Erinnern wir uns zunächst mal daran, wie vielen freien Bloggern auf Grund von Denunziation ihre Bankkonten, Zugänge und PayPal Konten gesperrt, gekündigt und gelöscht wurden. Im Internet tätige Werbeunternehmen haben auf Grund von Anschwärzerei etlichen Bloggern ihre überlebenswichtigen Einnahmequellen genommen. Zumeist dann, wenn sie Zugunsten eines gärigen Haufens Namens AfD geschrieben haben. Von diesen unbezahlt, aber aus eigener, freier Überzeugung. Anyway…man hat sie fertig gemacht. So mancher ist dabei auf der Strecke geblieben. Nur die starken haben überlebt.

Das hat die AfD erkannt und aufgegriffen. Dass sie damit offene Türen einrennt, dürfte wohl jedem halbwegs denkenden Menschen und Schreiberling, selbst wenn er noch nie am Hungertuch genagt hat, verständlich und für ihn nachvollziehbar sein. Schreiberling und Hungertuch…merkt ihr was? Ach wäre es schön, vom freien und befreienden Schreiben leben zu können.

So kam es nun also zur 1.Konferenz der Freien Medien. Organisiert und finanziert durch die AfD-Fraktion in Berlin. Aus Steuergeldern, wie die Mainstreampresse betont. Woraus auch sonst? Ob die AfD-Abgeordneten das von den Haushaltskonten ihrer Familien zahlen sollten? Geht es hier um ein Privatvergnügen, Politik, Ämter oder was? Ich sag euch was: Es geht um uns. Um unser Land. Unsere Heimat. Um die Presse- und Meinungsfreiheit. Nicht mehr und nicht weniger.

Unter Pressfreiheit versteht nun die herrschende Klasse etwas anderes, als der Blogger im Neuland oder der notorisch denunzierte, ständig um seine körperliche Unversehrtheit fürchtende AfD-Politiker. Davon darf z.Zt. sogar Herr Maaßen kosten. Selbst die Werte Union der CDU/CSU bekommt keine Räume mehr und keine gute Presse.

So bleibt die Kritik an der Veranstaltung „1.Konferenz Freie Medien“ nicht aus. Die Kritik ist zahlreich, höchst tendenziös, wenig faktenfreundlich und v.a. typisch „links“. Erschreckenderweise mischen sich auch immer mehr Kritiken aus dem konservativen Lager dazu. Hier fürchtet man wohl um seine womöglich kommenden Chancen.

So wird angekreidet, dass man als „Stargast“ für den Abschluss der Tagung im Bundestag den britisch-amerikanische Blogger und ehemaligen Breitbart-Mitarbeiter Milo Yiannopoulos eingeladen hat. Am Freitagmittag wurde dann bekannt gegeben, dass Yiannopoulos nun doch nicht an der Konferenz teilnehmen würde. Die Fraktion hätte in der Kürze der Zeit seine „umstrittenen“ Äußerungen nicht überprüfen können, so dass entschieden worden sei, auf ihn als Gast zu verzichten“. By the Way…ich habe vor wenigen Stunden ein sehr schönes Selfie bekommen, auf dem ein Bekannter von mir mit ihm auf der Konferenz posiert.

Weiterhin wird seitens der Geldstreampresse vorgeworfen, dass Steuermittel für wohlwollende Berichterstattung zugunsten der AfD ausgegeben würden. Ach? Echt jetzt? Zahlt der Wähler denn nur für die Altparteien Steuern? Oder auch für die Partei, die fast 6 Millionen Menschen in den Bundestag gewählt haben?

So schrieb die Junge Freiheit

„Es dürfe auch, so hatten fraktionsintern Kritiker eingewandt, auf keinen Fall der Eindruck erweckt werden, die AfD wolle möglicherweise mit Steuermitteln eine Infrastruktur für wohlwollende Berichterstattung aufbauen.“

Am Dienstag hätte gar Gauland persönlich den Organisator um die Absage gebeten und der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Bundestagsfraktion, Bernd Baumann, habe auf Nachfrage mehrfach betont, es handle sich nur um eine Veranstaltung einzelner Abgeordneter. Soviel zum Pressebashing und dem Zusammenhalt in den eigenen Reihen.

Im Vorlauf der Veranstaltung wurde zudem viel spekuliert und bisweilen gehetzt, dass man den Ex-„Breitbart“-Chef Steve Bannon höchstpersönlich eigenladen hätte. Aus dem Gedankengang hat die Zeit einen richtig schönen Aufreger gemacht. Zugegeben, beim Namen Bannon war ich auch direkt voreingenommen. Den mag ich nämlich auch nicht. Deutsche Patrioten haben amerikanische Patridioten solchen Kalibers nun wahrlich nicht nötig.

Dann schrieb der Mainstream aber auch noch: Die „geheime“ Teilnehmendenliste“. Da war es für mich vollends vorbei. Oh mein Gott…was für eine gequirlte Genderscheiße…Teilnehmenden statt Teilnehmer. Das war ein weiterer ganz schlimmer Aufregermoment für mich. Fast hätte ich Aufneger gelesen.

Der Überraschungsgast war dann am Ende Milo Yiannopoulos, Ex-BreitbartMitarbeiter und Unterstützer des Wahlkampfes von Präsident Donald Trump – allerdings zum Thema Zensur und Meinungsfreiheit. Bannon schickte nur eine Videobotschaft.

Trotzdem versuchte man bei der Zeit der AfD eine „Offensive Russlandfreundlichkeit“ anzudichten. Zuerst haut man ihr die Amis um die Ohren, um sie dann mit der Russenkeule zu erschlagen. Wirklich köstlich. Das würde zeigen, so die Zeit;

„Die AfD versucht inmitten des von schwachen Umfragewerten gekennzeichneten Europawahlkampfes jene Medien zu stärken, die geholfen haben, die Partei groß zu machen. Vereinsvorstandsmitglied Berger, der auch zum Kuratorium der AfD-Parteistiftung gehört, betreibt selbst ein Blog, dessen Grundton im Hinblick auf die Flüchtlingskrise dem nationalistischer AfD-Kreise stark ähnelt. Über die Website seines Vereins gelangt man auf Portale wie Opposition 24, das neben Meldungen zu Kriminalität und Prominenten auch Spekulationen zur geplanten CO2-Steuer verbreitet. Postings der ins rechtskonservative Lager gewechselten einstigen DDR-Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld sind hier verlinkt, das Portal Vaterland.de fällt durch offensive Russland-Freundlichkeit auf – die ebenfalls zu den Markenzeichen der AfD gehört. Die Klimawandelskeptiker des sogenannten Eike-Instituts sind über die Vereinsseite ebenso erreichbar. Im Verbund verschaffen sich die Blogs gegenseitige Öffentlichkeit, sie verlinken einander und schaffen so eine Informationsblase für Anhänger rechtskonservativer Sichtweisen und Spekulationen.“

So geht Framing, so geht Dichtung und Andichtung mittels verbogener Quellenangaben.

Hier möchte ich David Berger mal selbst zitieren:

„Wie einige von Ihnen vielleicht gelesen haben, sind derzeit viele Vertreter der Freien Medien durch Diffamierungskampagnen betroffen. Ein sehr übles Beispiel dafür ist das Buch „Das Netzwerk der Neuen Rechten“, in dem die wildesten Geschichten über ein angeblich global existierendes „rechtes Netzwerk“ ersponnen werden. Besonders getroffen hat dies unsere Mitglieder „Journalistenwatch“ und Vera Lengsfeld. Auf einer Landkarte wurden zudem die Privatadressen von Thomas Böhm (Jounalistenwatch) und Dr. David Berger (Philosophia Perennis) veröffentlicht – geradezu eine Einladung an die „Antifa“ dort einmal vorbeizuschauen. Jounalistenwatch und Vera Lengsfeld werden durch die „Zeit“-Haltungsjournalisten Christian Fuchs und Paul Middelhoff in ihrem hexenhammermäßigen Machwerk als „wichtige Protagonisten der Szene“ an den öffentlichen Pranger gestellt. Untermauert wird das Ganze durch leicht zu widerlegende halbwahre oder gänzlich falsche Behauptungen mit einem künstlich erschaffenen „Gruseleffekt“. So gehört Vera Lengsfeld als Mitinitiatorin der „Gemeinsamen Erklärung“ von 2018 angeblich „zu einem kleinen Zirkel der Frauen innerhalb der Neuen Rechten“. Was für ein Zirkel, wird nicht verraten. Geht auch schlecht, denn er ist ein reines Phantasieprodukt der beiden kreativen Netzwerkerfinder. Dass sich für sowas auch noch ein halbwegs renommierter Verlag gefunden hat, zeigt, wie weit wir in unserer Gesellschaft bereits sind. Selbstverständlich muss auch gegen diese Angelegenheit juristisch vorgegangen werden. Hier müssen juristische Grenzen gesetzt werden. So etwas kann und darf man sich nicht gefallen lassen! Wir dürfen nicht zum Freiwild werden.“ Weiterlesen hier.

Der Haltungsjournalismus kennt offenbar kein Halten mehr.

Nicht genug aber mit dem Haltungsjournalismus. Auch kleine Blogs, aus dem konservativen Spektrum, selbst solche mit denen ich sympathisiere, wie Tertium datur, schießen in dieser Angelegenheit weit über ihr Ziel hinaus und lassen ihren Zweck die Mittel heiligen. Hauptsache gegen die AfD schießen. Ausgerechnet bei Tertium Datur („ein Drittes ist gegeben“ oder „ein Drittes gibt es“) fuhr man die ganz schweren Geschütze auf, schulterklopfte sich ob der Ablehnung der Einladung und verstieg sich gar dazu, dem „Stargast“ der Konferenz Pädophilie vorzuwerfen.

Zitat:

„Im Falle von Milo Yiannopoulos muss man sich dann eben an die eigene Jacke kleben lassen, dass er bei Breitbart wegen „pädophiler“ Äußerungen gehen musste. Der Hauptredner ist also nicht nur ein „Star-Blogger“, mit dem man sich schmücken möchte, ein Homosexueller, mit dem man Toleranz und Offenheit – wie im Artikel explizit erwähnt – demonstrieren will, ein Schwuler, der von Lesben sagt, dass sie „verwirrte heterosexuelle Frauen“ seinen. Er ist damit kein „bekennender Homosexueller“, sondern ein Homosexueller, der sagt, dass …

„… dass 13-jährige Jungen die Möglichkeit haben sollten, sexuelle Erfahrungen mit Männern sammeln zu können, da auch sie einvernehmlichen Geschlechtsverkehr mit älteren Männern haben könnten“

Später ließ Yiannopoulos dann wissen, „Pädophilie liege nicht vor, wenn sich Männer zu „sexuell reifen“ Kindern hingezogen fühlten, sondern nur, wenn diese noch nicht in die Pubertät eingetreten seien.“

Wer entscheidet also, ob ein Kind „sexuell reif“ ist? Der erwachsene Mann, der mit ihnen Sex haben möchte? Der Richter, der ihn wegen „Pädophilie“ belangt?

Hier das Original-Video aus dem Jahr 2017:

Here is the uncut 5 minute video of Milo Yiannopoulos advocating for Pederasty involving „13 Year old“ and „older men.“ HIS WORDS.@Mschlapp pic.twitter.com/mAgmfpuyvu

— The Reagan Battalion (@ReaganBattalion) February 20, 2017

Wir sagen dazu klipp und klar:

Egal nun, ob die AfD an der (fragwürdigen!) Prominenz eines Ex-Breitbart-Mitarbeiters partizipieren wollte und egal nun, ob Milo gegebenenfalls tatsächlich etwas zum Thema Meinungsfreiheit sagen könnte:

bei Gewalt an Kindern (und das ist Pädokriminalität!) ist bei uns eine moralische Demarkationslinie überschritten.

Wenn es der Meinung von Udo Hemmelgarn (MdB), Petr Bystron (MdB), Nicole Höchst (MdB und Mitglied im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend), Uwe Schulz (MdB) und dem Geschmack der „Vereinigung Freier Medien e.V.“ unter Federführung von David Berger entspricht, dass ein offen Pädokriminalität (um den richtigen Begriff zu verwenden) befürwortender Mann unbedingt Referent eines AfD-Kongresses im deutschen Bundestag sein sollte, dann entspricht sowohl dessen Meinungsäußerung zu „Sex mit Kindern“ unserem Verständnis von Meinungsfreiheit, als auch, dass es unserem Verständnis von Meinungsfreiheit entspricht, dass Höchst, Schulz, Bystron und Hemmelgarn einen Pädo-Kriminalität befürwortenden Redner zu Meinungsfreiheit reden lassen wollen.

Unseren Werten entspricht es aber keinesfalls, dass man diesen als ultimativen Superstar und exponierten Gast anpreist und sich mit ihm gemein macht. Milo Y. ist und bleibt damit ein Befürworter von Pädokriminalität.

Hemmelgarn, Höchst, Bystron, Schulz und Berger (vor allem als Islamkritiker) haben damit ein für alle Male verwirkt, etwas zu Themen wie Kinderehen, Pädokriminalität und sexuelle Gewalt sagen zu können.

Wer A sagt, muss auch B sagen: Wer Pädokriminalität verniedlichende Redner einlädt, der unterstützt Pädokriminalität. Meinungsfreiheit hin oder her. Wir haben unsere Werte, die nicht beliebig verhandelbar sind, nur weil einige AfD-Abgeordnete sich im Lichte eines Super-Blogger-Stars aus den USA sonnen möchten.“

Smash in your Face.

Im ersten Moment war ich baff und außerordentlich beeindruckt. Pädophilie ist auch für mich ein absolutes Totschlagargument. Doch dann habe ich trotzdem nochmal selbst nachrecherchiert.

Diese Recherche hat ergeben, dass man die Vorwürfe gegen Milo Yiannopoulos nämlich durchaus auch von einer anderen Warte aus sehen kann.

Ich möchte mich hier nicht festlegen. Die Vorwürfe wiegen schwer und ich vertraue inzwischen keiner Quelle mehr und vor allem niemandem mehr.

Was ich herausfand ist jedenfalls, dass er selbst mit 13 Opfer sexuellen Missbrauchs durch einen Priester geworden sei. Dieses Trauma habe er dann als Erwachsener aufgearbeitet, ein Buch geschrieben und das Buch war entsprechend sehr kritisch gegenüber der katholischen Kirche und ihren Missbrauchsskandalen und den bekannten Vorfällen. Hierzu hat er zahlreiche Interviews gegeben. In seiner sarkastischen Art, wie man ihn kennt. In diesem Zusammenhang hat er wohl die ihm zur Last gelegten Zitate gebracht. Nach dem Motto „Ist doch super wenn…“

Verbitterter Sarkasmus eines Opfers sexuellen Missbrauchs. Wird hier nun also das Opfer zum Täter gemacht und werden seine Aussagen aus dem Zusammenhang gerissen nun gegen ihn verwendet?

Ich weiß es nicht.

Man müsste sich die Interviews komplett ansehen. Seine Gegner jedenfalls, gerade jene aus ultrakonservativen Kirchenkreisen haben das aber zum Anlass genommen ihn auszugrenzen und von Konferenzen in den USA auszuladen und sie haben Zusammenschnitte seiner Interviews verwendet, wo sie nur diese Statement reingeschnitten haben, ohne Kontext.

Die klassische Methode Dinge aus dem Kontext zu reißen ist Legion und könnte hier zum Einsatz gekommen sein. Wie gesagt…ich weiß es nicht. Aber es könnte sein. Man sollte das in Betracht ziehen, bevor man sein Urteil vorschnell fällt und einem freien Medium glaubt.

Für mich als kleinen, privaten Blogger bleibt wieder einmal nur die Erkenntnis, dass Politik ein schmutziges Geschäft ist. Aber so langsam wird mir klar: Der Journalismus ist ein noch viel schmutzigeres Geschäft. In diesem Sinne bin ich froh keine schriftliche Einladung mehr zur Konferenz erhalten zu haben, nicht für Geld schreiben zu müssen und mich wirklich frei fühlen zu können. Nichts desto trotz sehe ich für eine solche Konferenz aber auch eine zwingende Notwendigkeit. Denn leider ist es absolut notwendig geworden eine Gegenpresse aufzubauen, um ein Zeichen gegen eine wild und übermächtig gewordene Relotiuspresse, Gesinnungsdruck und Erziehung durch finanziell abhängige und meinungsunfreie Journalisten zu setzen.

Veröffentlicht von Richard Feuerbach

One Comment

  1. Das Irritierende an der Gauland-Aussage ist ja, dass die Linken genau dies tun mit einem Netzwerk aus Stiftungen, hauseigenen Medien und Medienbranchen, die man metapolitisch dominiert. Von Madsack hat man schon mal gehört oder gelesen? Die AfD will hierzu eine Alternative anbieten, doch besteht die Chance dafür nur, wenn eine Normalität pluraler Berichterstattung wieder hergestellt worden ist. Solange wir Burgkämpfe führen, verliert der, ohne eigene Hausmacht mit Sicherheit und wird gar nichts ändern.

    Ich muss zustimmen, dass vom Prinzip der frühere Medienmarkt nie besser war aber er bot mehr Auswahl und damit nicht eine Wahrheit der absoluten Mehrheit, denn Wahrheit, sofern wir sie konstruieren müssen (und das müssen wir immer, wenn wir ins nicht im Bereich naturgesetzlicher Nachweisbarkeit bewegen) basiert nicht zu einem geringen Teil darauf, was als Konsens und was als aus diesem Konsens ausbrechende Abseitigkeit gilt. Wenn viele unterschiedliche (und vor allem nominell gebildete) Menschen etwas für wahr halten, denn sprechen wir diesem mehr Wahrheit zu. Die Mindermeinung, wenn sie nur von ein paar wenigen vertreten wird, erscheint dann als spinnerte Ausnahmemeinung.

    Die „Freien Medien“ stehen deshalb meiner Meinung nach auch in einer Divergenz. Nur ein Teil dieser Medien arbeitet nach journalistischen Standards, verstehen sich als journalistische Erzeugnisse im klassischen Sinne, sondern zu ihnen gehören auch Meinungs- und Theorieblogs, Influencer-Kanäle von Aktivisten und und und. Medien sind sie alle und frei in dem Sinne auch, aber jeweils anderen Prinzipien und Motivationen unterworfen. Diesen Unterschied sollte man sich vor Augen führen. Dort auf dieser Konferenz sind sie nicht, weil sie ein journalistisches Ideal verkörpern (das können Medien wie die Tagesstimme, Tichy und JF trotzdem) sondern weil sie entweder durch die Darstellung der Wirklichkeit der real existierenden Willkommenskultur und ihrer Folge objektive Schützenhilfe für die AfD leisten oder aber im Falle von Influencer-Kanälen und Blogs das metapolitische Vorfeld pflegen, auf das es zentral ankommen wird. Sie sind da, weil sie der AfD in ihrem politischen Kampf helfen.

    Und das ist in Ordnung. Vernetzung, Austausch und Inspiration sind im eigenen metapolitschen Raum absoluter Usus. Ein Linker der sich darber empört, der stinkt vor Heuchelei.

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