Gastbeitrag von Ricardo

Ich hab dieses Wochenende Freunde in einem anderen Bundesland besucht und es ergaben sich interessante Diskussionen. Mein Freund arbeitet was mit Medien und meine Freundin im öffentlichen Dienst.

Eigentlich typische Grünwähler, aber beide sind völlig abgestoßen von Sozis und Grünen und die gemeinsame Freundin hasst sie regelrecht. Das moralinsaure Gutmenschengetue macht sie rasend.

Obwohl die Grünen in der Landesregierung sind, machen sie keinerlei grüne Politik. Einerseits errichten sie Insektenhotels auf Verkehrsinseln während gleichzeitig tausende Bäume in der Rheinaue gefällt werden wegen angeblichen Deichschutzmassnahmen. Es wird geklüngelt und korrumpiert, Aufträge an Firmen verschoben und dabei gegen alles Konservative geätzt.

Sie behält aber ihre Meinung für sich, weil sie sonst ihren Job los wäre.

Dann waren wir heute im Museum, was sehr geil war! Mir passiert es manchmal, dass wildfremde Menschen mich ansprechen und mir von ihrem Leben und was sie bewegt erzählen. Anscheinend strahle ich eine gewisse Vertrauenswürdigkeit aus und ich habe die Fähigkeit zuzuhören. So lernte ich heute eine ältere Chinesin kennen, als ich gerade Exponate alter mechanischer Webstühle betrachtete. Sie erzählte mir in kurzer Zeit fadt ihr ganzes Leben.

Wie sie in einer gutsituierten Familie aufwuchs, die Kulturrevolution, die Verfolgung und Ermordung von Intellektuellen, ihre erzwungene Ausbildung zur Weberin obwohl ihre Intelligenz ihr viel mehr ermöglicht hätte und ihre späteren Studien und Promovierungen an deutschen Universitäten. Ihre Aufgabe sieht sie im Brückenbau zwischen China und Deutschland. Sie will China retten, indem die es mit der demokratischen und aufgeklärten Kultur Deutschlands verbinden will.

Sie ist voller Wut über Merkel, AKK, von der Leyen und dem ganzen verlogenen Rest.

„Warum wollen sie (die Politiker)die Herrschaft der Islamisten“, fragte sie, „Warum helfen sie nicht den Kurden?“ Die Frau war richtig in Rage und ich war fast etwas überfordert mit der Unmittelbarkeit und Heftigkeit ihrer Äußerungen und konnte ihr nur sagen, dass sie in allem was sie sagte, Recht hatte.

„Sind sie Ausländer?“, fragte sie mich am Schluss.

Manchmal sieht man mir meine spanische Abstammung noch etwas an.

Ich sagte ihr dann, dass ich Deutscher sei und sie entschuldigte sich für ihr Benehmen. „Ich will ihr Land nicht beleidigen „, sagte sie, „aber hier passieren so viele Dinge die falsch sind!“ Ich konnte ihr nur sagen, dass ich in jedem Punkt mit ihr übereinstimmte und auch meine Freunde das so sahen.

Ich war sehr bewegt. Da begegnet mir ein Mensch, der in seiner Kindheit, Totalitarismus ,Verfolgung und Tod erlebt hat, nach Deutschland ging, in der Erwartung von Freiheit und selbstbewusster demokratischer Kultur und dem Einstehen dafür, für Gradlinigkeit und Unerpressbarkeit, und wird dann zutiefst enttäuscht von einer politischen Kultur der Feigheit, Speichelleckerei, Unaufrichtigkeit, kultureller Zerstörung und intellektueller Erstarrung.

Mein Fazit aus den Erlebnissen dieses Wochenendes, es gärt gewaltig in Deutschland und es wird kein Jahr mehr vergehen, bis etwas gewaltiges passieren wird.

Die Unzufriedenheit, Wut und Angst, genährt durch die demente politische Apathie, hat einen kritischen Kipppunkt erreicht.

Es reicht ein einziges größeres Ereignis, wie eine erneute Flüchtlingswelle oder der längst fällige Crash der Banken und des Euro, und die Scheisse explodiert.

Ich wäre nicht so enthusiastisch anzunehmen, dass danach alles besser wird. Eher wird das der Auftakt zu einer langen Phase der Instabilität und Unruhe. Aber vielleicht wird die Veränderung an sich für uns so etwas wie eine Befreiung sein.

(Anmerkung R.F.: Dieser Gastbeitrag ist ein Erlebnisbericht eines Bekannten von mir, den er in einer Messenger-Gruppe mit uns geteilt hat. Er hat mich so beeindruckt, dass ich ihn gefragt habe, ob ich den veröffentlichen darf. Danke für die freundliche Genehmigung)

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Veröffentlicht von Richard Feuerbach

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